Sehenswertes im Dresdner Norden: Besichtigung des Jüdischen Friedhofs

Der Alte Jüdische Friedhof liegt im lebendigen Stadtteil „Äußere Neustadt“ in direkter Lage der Martin-Luther-Kirche. Bereits im Mittelalter gab es einen jüdischen Friedhof in Dresden.

Der alte jüdische Friedhof in Dresden ist der besterhaltenste jüdische Friedhof in Sachsen. 1751 wurde der Friedhof aufgrund einer Genehmigung durch den sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. angelegt. 1869 wurde der Friedhof geschlossen – bis dato mit 1.250 Gräbern. In der NS-Zeit konnte der Friedhof erhalten bleiben, sodass ein Großteil der Grabsteine bis heute erhalten geblieben ist.

Bildrechte: Ekaterina Kuznetsova

Nach der vollen Belegung des alten Friedhofs, wurde 1867 in der Neustadt ein neuer jüdischer Friedhof eröffnet. Dieser liegt unmittelbar angrenzend an den Trinitatisfriedhof. Heute umfasst der Friedhof 4.000 Grabstätten. Die Trauerhalle brannte nach den Bombenangriffen 1945 vollständig aus. In den 1950en Jahren wurde stattdessen eine Übergangssynagoge errichtet; die neue Synagoge wurde 2001 fertig gestellt.

Auf dem Friedhof befinden sich Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten, darunter der zweite Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde Dr. Wolf Landau. Landau war als Ritter erster Klasse Mitglied des sächsischen Albrechtsordens. Die Bankiersfamilie Arnold liegt ebenfalls auf dem jüdischen Friedhof begraben. Die Familie spendete u.a. das Bad an der Lennéstraße. Des Weiteren ruhen hier Grafiker Bruno Gimpel (1886-1943) sowie Helmut Aris, Vorsitzender der jüdischen gemeinde der DDR.

Besichtigung nur mit Führung

Der Alte Jüdische Friedhof ist nicht öffentlich zugänglich und nur durch eine Führung zu besichtigen. Der Verein Hatikva e.V. bietet Führungen für Interessierte an. Anmelden können Sie sich telefonisch unter 0351 – 80 20 489. Der Preis beträgt 4 Euro. Notiz: Männer benötigen für die Führung eine Kopfbedeckung. Diese kann beim Verein auch ausgeliehen werden.

Der Alte Jüdische Friedhof ist ein bedeutender historischer Ort. Die Front der Grabsteine ist gen Jerusalem gewandt und sie tragen hebräische Inschriften. Auf dem neuen jüdischen Friedhof werden auch christliche Elemente, wie Blumenschmuck auf den Gräbern, gestattet. Jüdische Mitbürger haben das Leben in Dresden mitgeprägt – entdecken Sie die jüdischen Spuren in der Landeshauptstadt Sachsens. 

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