Böttger, Johann Friedrich

Erfinder des Porzellans?

Fast 300 Jahre stellt sich nun die Frage, wer hat das europäische Porzellan wirklich erfunden?

Seit 1693/94 unternahm der "geistige Vater des europäischen Porzellans" Ehrenfried Walther von Tschirnhaus umfangreiche Versuche, um der Entwicklung dieses wertvollen Gutes auf die Spur zu kommen.

Ab 1701 beschäftigt sich J. F. Böttger in sächsischer Gefangenschaft mit Untersuchungen zur Goldherstellung, beginnt aber bald darauf sich mehr für die Entwicklung des "weißen Goldes" zu interessieren und vertieft seine Studien dazu.

Die Zusammenarbeit von J. F. Böttger und E. W. v. Tschirnhaus seit 1704 trug 1707 erstmals Früchte: Ihnen gelang die Herstellung des roten Steinzeugs - das "Böttger-Steinzeug". Nach Böttgers Laborprotokoll war es am 15.01.1708 dann endlich soweit, der 1. Brand des weißen Porzellans war gelungen. Den Durchbruch dieser Erfindung erlebte von Tschirnhaus nicht mehr - er starb am 11.10.1708.

Ein knappes halbes Jahr später am 28.03.1709 ließ Böttger dem Kurfürsten ein Memorandum zukommen, in welchem alle seine bisherigen Erfindungen - so auch das weiße Porzellan - aufgeführt waren.

Die offizielle Bekanntgabe durch den Kurfürsten zur Porzellanerfindung ist auf den 23. Januar des Folgejahres datiert. Noch im selben Jahr gründete August der Starke die erste europäische Porzellanmanufaktur in Meißen.

Auch wenn es nicht eindeutig nachweisbar ist, dass J. F. Böttger das europäische Porzellan wirklich erfunden hat, so gilt er noch heute als der Erfinder des "weißen Goldes".