Burg Stolpen (Foto: Claudia Rosjat / pixelio.de)
Claudia Rosjat / pixelio.de

Burg Stolpen

Um 1100 erfolgte die Errichtung der ersten Wehranlage in Stolpen, die ca. 27 km östlich von Dresden liegt. Im Jahre 1218 erwarb der Meißner Bischof Bruno II. vom slawischen Lehnsherren Moyko de Stulpen die Burg und einige umliegende Ländereien zurück. Ab da erfolgte ein zielgerichteter Aufbau einer eigenständigen Grundherrschaft. Um 1222 wurde die Burg das erste Mal urkundlich erwähnt.
1320 wurde das Amt Stolpen gebildet und die Burg diente als Verwaltungsmittelpunkt. 1429 führten Hussiten eine Belagerung durch, welche aber erfolglos blieb. In den Jahren 1451 bis 1537 erfolgte ein grundlegender Neuaufbau der Burg als Wehranlage. Bischof Johann VII. von Schleinitz sprach um 1520 auf Stolpen ein erstes offizielles Mandat gegen Luther (bekannt auch als Stolpener Dekret) aus. Im Jahre 1539 erfolgte die Einführung der Reformation in Sachsen und der damit verbundene Rückzug der meißnischen Bischöfe nach Stolpen.
1559 übernahm Kurfürst August I. die Burg, Stadt und das Amt Stolpen und somit kehrte auch die Reformation ab 1559 nach Stolpen ein. Unter Kurfürst August I. erfolgte der Um- und Ausbau der Burg zum Schloss, die Errichtung des Tiergartens und der „Wasserkunst“ durch Martin Planer. In den Jahren 1608 bis 1630 bauten Freiberger Bergleute den Basaltbrunnen, der die Burg mit Frischwasser versorgte. 1632 wurden Teile der Burg durch Brände zerstört.

Bekannt wurde Stolpen durch die Inhaftierung der Geliebten August des Starken – der Reichsgräfin Cosel. 1716 wurde die Gräfin nach Stolpen verbannt. Die Gräfin Cosel starb 1765 nach 49 Jahren Gefangenschaft, ihre Beisetzung fand in der Burgkapelle statt.
Ein weitere berühmter „Gast“ der Burg war Napoleon Bonaparte. Er ließ 1813 eine Verteidigungsanlage errichten. Beim Abzug Napoleons wurde die Burg umfangreichen Zerstörungen ausgesetzt, aber auch nachrückende Truppen taten ein Übriges. Erst König Johann von Sachsen ordnete 1859 Restaurierungsmaßnahmen an. 1874 erfolgte die erste Anstellung eines Schlosswärters. Einige Zeit später, 1883, wurde der durch die Sprengung verschüttete Brunnen wieder freigeräumt.

In den Jahren 1935 bis 1939 wurde die Burg zur Förderung des Fremdenverkehrs ausgebaut. Ab 1960 erfolgte eine intensivere kulturelle Nutzung, z. B. durch Filmaufnahmen. 1989 erreichte die Burg einen Besucherrekord mit 199.165 Besuchern. 1992 kam die Burg wieder in den Besitz des Freistaates Sachsen und wurde als Staatlicher Schlossbetrieb geführt. Ab dieser Zeit wurden umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt, um die Burg Stolpen für den Tourismus noch attraktiver zu gestalten und die Bausubstanz zu sichern. Ab 01.01. 2013 erfolgte die Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH.

Kontakt:
Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH
Burg Stolpen
Schlossstraße 10, 01833 Stolpen
Tel.: 03 59 73 – 2 34 10   |   Fax: 03 59 73 – 2 34 19
E-Mail: stolpen@schloesserland-sachsen.de
Internet: www.burg-stolpen.org

Öffnungszeiten:
Sommerzeit (April-Oktober): täglich 9 – 18 Uhr
Winterzeit (November-März): täglich 10 – 16 Uhr

Eintrittspreise:
6 EUR / ermäßigt 3 EUR
Gruppenpreise: (ab 15 Personen): 5 EUR pro Person
2 Erwachsene und maximal 4 Kinder (6 bis 15 Jahre): 14 EUR

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