Umweltzone in Dresden? Vorerst keine Einschränkungen für Dieselfahrer

Wer in diesen Tagen mit dem Auto in die Dresdner Innenstadt fahren möchte, hat auch als Dieselbesitzer nichts zu befürchten: Ein Dieselfahrverbot wurde hier bislang nicht ausgesprochen und auch die Umweltzone wurde nicht eingeführt.

Die Dresdner sind gegen die Umweltzone und auch Dieselfahrzeuge dürfen die Innenstadt weiterhin befahren, obwohl der VW Dieselskandal natürlich auch an den Bewohnern der ostdeutschen Großstadt nicht spurlos vorbeigegangen ist. Stattdessen setzt man hier auf Luftreinhaltemaßnahmen, um die zu hohen Abgaswerte in den Griff zu bekommen.

Warum Dresden keine Umweltzone hat

Dresden ist eine von vielen Städten, die in den vergangenen Jahren an zahlreichen Tagen eines Jahres die Abgasmesswerte überschritten. Dementsprechend musste die zuständige Behörde Maßnahmen ergreifen, um die Werte unter das zulässige Maß zu senken. Konkret standen hier zwei Alternativen im Raum:

  • Umweltzone: Eine kurzfristig zu ergreifende Maßnahme, um die überschrittenen Schwellenwerte nach § 47 Abs. 2 BImSchG schnell zu senken, wird in vielen Städten in Form einer umstrittenen Umweltzone umgesetzt.
  • Luftreinhalteplan: Zur dauerhaften Verringerung von Luftverschmutzung ist ein Luftreinhalteplan zu erstellen. Dieser besteht aus einem Maßnahmenkatalog, durch dessen Einzelmaßnahmen nachhaltig eine Senkung der Messwerte erreicht werden kann.

Maßnahmen zur Luftreinhaltung in Dresden

Der aktuellste Luftreinhalteplan für Dresden wurde am 11. April 2019 öffentlich bekanntgemacht. Darin werden zahlreiche Maßnahmen, die bereits in früheren Versionen festgelegt wurden, fortgeführt. Zu den Maßnahmen zur Luftreinhaltung gehören unter anderem:

  • Verlegung von Bundesstraßen aus dem Zentrum Dresdens heraus
  • Weiterentwicklung des Park and Ride-Angebots
  • Förderung der Vernetzung des ÖPNV durch sogenannte Mobilitätspunkte
  • Ausbau des Carsharing-Angebots
  • Ausbau der Fahrradinfrastruktur
  • Förderung der Nutzung von Kombi-Tickets im ÖPNV
  • Reduzierung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen in Stadtnähe

Hinzu kommt eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen, die sogenannte Immissionshotspots betrifft – Orte, an denen die PM10- und NO2-Immissions-Schwellenwerte regelmäßig überschritten werden. An der Bergstraße beispielsweise werden deutlich überhöhte Messwerte festgestellt. Durch den dadurch entstehenden Umgehungsverkehr und die damit einhergehende Verkehrsbelastung für die umliegenden Wohngebiete ist eine Umweltzone hier nicht umsetzbar. Deshalb reduziert man die erlaubte Geschwindigkeit, um so den Schadstoffausstoß zu verringern.

Vorerst Sicherheit für Dieselfahrer

Wer vom Dieselskandal betroffen ist, ist also zumindest vorerst sicher vor Dieselverboten, denn Dresden hält an dem Plan fest, der Luftverschmutzung durch einen Luftreinhalteplan beizukommen. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Messwerte innerhalb der Normbereiche zu halten, wird die nahe Zukunft zeigen.

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