Umweltfreundlich Heizen in Dresden: "Das Klima wartet nicht"

Ungefähr 35 Prozent des kompletten Energieverbrauchs in Deutschland werden für eine Beheizung und Warmwasserbereitung von Bauten benötigt. Dieser Anteil verursacht wiederum 30 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland. Das Klima wartet nicht. Deshalb sind Lösungen notwendig, um die Umwelt so effektiv wie möglich zu schonen.

Erste Erfolge wurden bereits erzielt

Zur Reduzierung des Energieaufwands sowie damit verbundener Emissionen von Treibhausgasen ist jeder einzelne gefragt. Umweltfreundlich heizen in Dresden oder anderen Städten – für dieses Vorhaben haben Politiker mittlerweile strengere Vorschriften sowie Förderprogramme zur Integration umweltfreundlicher sowie effizienter Heizsysteme erschaffen. Der Erfolg gibt diesen Maßnahmen recht. Inzwischen ist der Energieverbrauch im Gebäudebereich drastisch zurückgegangen. Im Vergleich zwischen den 1990 sowie 2012 reduzierte sich der Energieverbrauch um ganze 30 Prozent. Dennoch sind weitere Maßnahmen notwendig, um die Treibhausgas-Emissionen noch einmal zusätzlich zu reduzieren. Doch welche klimafreundliche Mobilitätshilfen oder umweltfreundliche Optionen der Wärmeversorgung sind aktuell möglich?

Besonderheiten der Wärmepumpe

Auch wenn fossile Energieträger wie Gas noch immer einen relativ hohen Anteil von fast 50 Prozent einnehmen, sind alternative Heizmethoden auf dem Vormarsch. Mittlerweile gibt es eine große Bandbreite an vielversprechenden Systemen, die wesentlich umweltfreundlicher als fossile Brennstoffe sind. Ein Beispiel ist die Wärmepumpe, die auf frei verfügbare Wärmeenergie aus dem Erdboden oder der Luft zurückgreift, um über einen Pumpprozess Gebäude zu beheizen. Diese Geräte sind in erster Linie für moderne und gut gedämmte Bauten mit einem hohen Baustandard geeignet. Generell gilt: Je geringer das für die Beheizung erforderliche Temperaturniveau ist, desto umweltfreundlicher und effektiver funktioniert die Wärmepumpe.

Besonderheiten der Solarthermie

Im Gegensatz zur Wärmepumpe basiert die Solarthermie auf einer Erwärmung von Wasser mithilfe der Sonnenstrahlung. Bei diesem Konzept fließt das Wasser über Kollektoren direkt auf Dächer der Gebäude. Dieses Konzept ist deutschlandweit besonders häufig vertreten und hat sich schon millionenfach bewährt. Weil die Sonnenstrahlung jedoch nicht unbegrenzt möglich ist, wird die Solarthermieanlage vorzugsweise mit Pufferspeichern für eine Art "Vorratshaltung" der gewonnenen Wärmeenergie kombiniert. Alternativ kommt das System im Zusammenspiel mit konventionellen Gas- oder Ölkesseln sowie Wärmepumpen zum Einsatz.

Besonderheiten der Pelletheizung

Die Wärmeenergie von Pelletheizungen ist der Verbrennung von Holz zu verdanken. Bei einer Verbrennung dieses nachwachsenden Rohstoffs verursacht ausschließlich das Kohlendioxid Emissionen, das der Baum im Laufe seines Lebens über die Umwelt aufnahm. Deshalb ist die Umweltbilanz recht positiv. Im Gegensatz zu einer konventionellen Holzheizung funktioniert eine Pelletheizung außerdem automatisiert, da alle Holzpresslinge in einheitlicher Größe verbrannt werden. Zudem erzeugt dieses Heizsystem eine besonders angenehme und behagliche Wärme. Aus dem Grund ist die Pelletheizung eine gute Wahl für neue Bauten, da der relativ umfassende Lagerungsplatz direkt eingeplant werden kann. Für eine Heizungsmodernisierung kommen häufig Pelletheizungen in Betracht.

Vorteile des Blockheizkraftwerks

Wer mit einem Blockheizkraftwerk umweltfreundlich heizen möchte, erzeugt eigenen Strom und nutzt dabei gewonnene Wärme für eine Erhitzung von Warmwasser sowie die Beheizung von Gebäuden. Bei diesem Konzept ist von der sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung die Rede, bei der eine Gasturbine oder ein Verbrennungsmotor elektrische Energie erzeugen. Dieser Prozess erzeugt wiederum Abwärme, die daraufhin als Heizwärme genutzt wird. Insbesondere in öffentlichen Institutionen mit hohem Energiebedarf, in der Industrie sowie dem Kraftwerksbau erfreuen sich die KWK-Anlagen großer Beliebtheit.

Hybridheizungen als perfekte Lösung

Hybridheizungen vereinen mehrere Heizsysteme miteinander. Schließlich ermöglicht eine Hybridheizung ein Zusammenspiel aus regenerativen Energieträgern, Gas sowie Öl. Ein großer Pluspunkt dieses Systems besteht darin, dass Schwächen und Stärken verschiedener Systeme miteinander kombiniert werden. Dadurch gleichen Vorteile eines Energieträgers die Nachteile anderer Systeme aus. Zugleich hängt die Wärmeversorgung nicht von einem einzelnen System ab. Dreh- und Angelpunkt moderner hybrider Heizsysteme ist der integrierte Wärme- bzw. Pufferspeicher, der eine Einlagerung überschüssiger Wärme aus unterschiedlichen Quellen ermöglicht. Dadurch funktioniert dieses System besonders umweltfreundlich und zuverlässig.

Wie teuer sind die Heizsysteme?

Bestenfalls ist ein umweltfreundliches Heizsystem zugleich eine lohnenswerte Investition. Dabei hängt die Wirtschaftlichkeit allerdings deutlich vom Baujahr und Standort des Gebäudes sowie der durchschnittlichen Sonneneinstrahlung ab. Während sich die Kosten für eine Gas- bzw. Ölheizung auf 6.000 bzw. 7.000 bis 9.000 Euro belaufen, ist eine Wärmepumpe mit einem Kostenansatz von 12.000 bis 25.000 Euro um einiges teurer. Vergleichsweise günstig ist eine Solarthermieanlage mit einem Preisansatz von 4.000 bis 10.000 Euro, der Kosten für eine Pelletheizung von 17.000 bis 25.000 Euro gegenüberstehen. Ein eigenes Blockheizkraftwerk schlägt mit einem Kostenansatz voon 20.000 bis 40.000 Euro besonders teuer zu Buche. Trotz der vergleichsweise hohen Kosten sind Investitionen in die umweltfreundlichen Heizsysteme zumeist lohnenswert. Einerseits wird deren Einbau häufig durch Förderprogramme unterstützt. Andererseits zahlen sich partiell geringe Brennstoffkosten sowie die höhere Effizienz dauerhaft aus.

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