Foto: pixabay.com
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Musical „Hinterm Horizont“ bringt deutsch-deutsche Geschichte näher

Spätestens seit dem Filmerfolg „Good Bye, Lenin!“ wissen wir: Die kulturelle Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit kann großen Spaß machen. Die Geschichte der Mutter, deren Kinder ihr aus gesundheitlichen Gründen den Mauerfall verschwiegen, brachte gleich mehrere Generationen zum Lachen. Auch der Schriftsteller Thomas Brussig setzte auf kabarettistische Einlagen, als er in enger Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg das Erfolgsmusical „Hinterm Horizont“ zu Papier brachte. Darin geht es um die Liebe des Rockstars Udo zu der FDJ-Aktivistin Jessy, die er bei einem Konzert im Palast der Republik kennenlernte.

Liebe über die Berliner Mauer hinweg

2011 wurde das Musical am Stage Theater am Potsdamer Platz in Berlin uraufgeführt. Schnell avancierte es nach der Premiere zum Dauerbrenner. Kein Wunder, steht die deutschsprachige Rockmusik Lindenbergs doch exemplarisch für eine Zeit, in der der Ost-West-Konflikt eine Liebe über die Berliner Mauer hinweg nahezu unmöglich machte. Bekannte Melodien wie „Mädchen aus Berlin“, „Sonderzug nach Pankow“ oder „Ich bin ein Rocker“ erscheinen auf der Bühne nun in neuem Gewand und bringen die deutsch-deutsche Historie einem breiten Publikum näher.

Im Musical „Hinterm Horizont“ werden historische Fakten und fiktive Elemente geschickt miteinander verbunden. Tatsächlich habe sich die Begegnung mit Jessy ähnlich zugetragen, wie es im Stück dargestellt werde, berichtete Lindenberg von seinem Konzert in Ost-Berlin im Jahre 1983. Ein Konzert in Moskau 1985, eine abgesagte DDR-Tournee, beide Ereignisse wurden in der Handlung ebenfalls verarbeitet und gelten als verbrieft.

Stasi und Olympiaboykott

Anspielungen auf weitere geschichtliche und politische Begebenheiten gibt es im Musical zuhauf – oft mit einem Augenzwinkern. So werden die Methoden der Stasi Jessy beinahe zum Verhängnis: Als ihr Versuch, einen Brief an Udo heimlich über die Grenze zu schmuggeln, misslingt, wird sie unfreiwillig Mitglied des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und somit selber zum Spitzel. Doch nicht nur das, ausgerechnet ihren geliebten Udo soll sie unter die Lupe nehmen. Ein moralisches Hindernis, das es später für die Liebenden zu überwinden gilt.

Auch die sportlichen Ambitionen der DDR-Spitze werden zum Thema. Sei es durch die übermäßige Einnahme leistungssteigernder Substanzen durch Jessys Ehemann Marco oder auch durch den Boykott der Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles seitens der DDR. Sie musste sich damals, wie übrigens ein großer Teil des gesamten weiteren Ostblocks, der Sowjetunion anschließen. Zu groß war der politische Druck des großen kommunistischen Bruders.

Das Musical erleben

Doch nicht nur inhaltlich überzeugt das Musical „Hinterm Horizont“ sein Publikum. Beeindruckende Kulissen machen es auch zu einem Augenschmaus. Mit neun Metern Durchmesser wacht ein begehbarer Udo-Hut über das Geschehen. Fläche für Projektionen bietet ein Stück der Berliner Mauer, das für die Bühne nachgebaut wurde. Wer sich die gelungene Mischung aus Musik, Geschichte und Theater nicht entgehen lassen möchte, kann sich an dieser Stelle über aktuelle Termine am Stage Theater am Potsdamer Platz in Berlin informieren und dort direkt Tickets buchen.

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