Lockdown im Sport? Kein Problem für diese Veranstaltungen

Abgesagte Spiele, ausgefallene Turniere, verschobene Großereignisse – Für den weltweiten Sport ist 2020 ein schweres Jahr. Einnahmeausfälle in nie dagewesener Größe sorgen bei Verbänden und Vereinen für Kopfzerbrechen. Athleten müssen sich von ihren Ambitionen verabschieden und im Leben der Fans hinterlässt der leere Veranstaltungskalender eine große Lücke. In solch einer Situation ist guter Rat teuer. Viele Beteiligte haben sich schon damit abgefunden, dass die aktuelle Saison für sie verloren ist. Andernorts wird versucht, den Spielbetrieb mehr schlecht als recht wieder aufzunehmen, ohne Zuschauer und mit zahlreichen Einschränkungen. Es gibt aber auch einen dritten Weg: Manche Turniere sind einfach mal in die virtuelle Welt verlegt worden.

Pokerturnier digital

Besonders einfach hatten es die Veranstalter von Pokerligen. Denn ob das bekannte Kartenspiel nun an einem echten Spieltisch oder im Internet gespielt wird, macht vom Ablauf her keinen besonderen Unterschied. Auf Plattformen wie GGPoker gab es daher ein reges Treiben, während anderswo Totalstillstand herrschte. Natürlich gab es von vereinzelten Pokerliebhabern auch Kritik an der Verlagerung in die virtuelle Welt. Insgesamt war die Akzeptanz in der Gemeinde aber groß. Das dürfte auch daran liegen, dass viele Pokerspieler auch vorher schon an digitalen Turnieren teilgenommen hatten und daher mit dem Ablauf vertraut waren.

Virtuelle Pferderennen

Auch virtuelle Pferderennen gibt es schon seit längerem. Bisher handelte es sich dabei eher um einen Nischenmarkt, der Wettfreunden dabei half, die Zeit zwischen echten Rennen zu überbrücken. In den letzten Monaten zog diese sportliche Besonderheit aber auch Fans anderer Sportarten wie Fußball, Basketball oder Handball an, die sich über ein fehlendes Angebot beklagten. Wer weiß, vielleicht verhilft diese unerwartete Aufmerksamkeit dem Pferderennsport, der vielerorts ums Überleben kämpft, zu neuer Beliebtheit. Ob dem so ist, wird sich aber wohl erst im Laufe der nächsten Monate und Jahre zeigen.

Virtual Grand Prix in der Formel 1

Auch die Formel 1 schaffte es, mit virtuellen Veranstaltungen viele Fans bei Laune zu halten. Viele bekannte Rennfahrer aber auch andere Promis nahmen an einer Reihe von virtuellen Grand Prix-Rennen teil, die im Spiel F1 2019 ausgetragen wurden. Die Übertragung dieser Events fand über Twitch, Facebook und Youtube statt und zog jede Menge Zuschauer an. Offizielle WM-Punkte gab es für die Fahrer aber nicht zu holen. Schließlich hat man nicht automatisch ein gutes Händchen am Joystick, nur weil man im echten Leben Auto fahren kann. Spannend war die Veranstaltungsreihe aber trotzdem.

Madrid Open Online

Auch die Veranstalter der Madrid Open ließen sich etwas besonderes einfallen. Nachdem das Turnier abgesagt wurde, entschieden sie sich, ein Online-Turnier zu veranstalten. Dabei spielten echte Tennisprofis um ein echtes Preisgeld. Nur Punkte für die Weltrangliste gab es nicht zu holen. Für Männer und Frauen gab es jeweils 150.000 € zu holen, darüber hinaus wurden 50.000 € für soziale Zwecke gespendet. Bei den Herren besiegte der 129. der Herren-Weltrangliste, Andy Murray, im Finale die Nummer zehn David Goffin. Das dürfte ihm auf dem Platz nicht so schnell gelingen. Bei den Damen war es hingegen die Nummer sieben der Weltrangliste, Kiki Bertens, die sich die Trophäe holte. Dieses Ergebnis wäre auch in der echten Welt denkbar gewesen.

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