Erfolg in Serie: Kehrt Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga zurück?

Es könnte eine unglaubliche Saison für Dresdner Fußballfans werden: Dynamo Dresden hat eine fantastische Spielserie absolviert und sich mit steigenden Punktzahlen an die vordersten Plätze der 3. Liga gekämpft. Jetzt hoffen Fans fieberhaft, dass der harte Kampf belohnt wird. Aber reicht es wirklich, um in die 2. Bundesliga zurückzukehren?
Blickt man auf die Erfolge des Drittligisten Dynamo Dresden in der diesjährigen Saison zurück, scheint es, als ob man ein kleines Fußballwunder verfolgt. Mit klarer Taktik, viel Stärke und noch mehr Power bewiesen die Dresdner Kicker, dass ihr Ehrgeiz geweckt ist – und niemand sie stoppen kann. Keine Frage: Das Team um Trainer Markus Kauczinski legt eine fabelhafte Spielstatistik an den Tag, die nur ein Ziel kennt: Die 2. Bundesliga soll erreicht werden!

Für die Dresdner wäre es ein fulminantes Comeback, das die Durststrecke beenden würde. Bis zur Saison 2019/2020 spielte Dynamo Dresden schon einmal in der 2. Bundesliga, aber konnte den sicheren Platz auf der Tabelle nicht sichern. Was folgte, war der Abstieg in die 3. Liga. Kein unbekanntes Territorium für die Sachsen, die Ende der 1990er-Jahre sogar schon in der vierten Liga und Regionalliga aufhielten. Dennoch beweisen sie, dass der Kampfgeist keineswegs darunter leidet. Tore schießen, Punkte sammeln und wieder aufsteigen: Das Durchhaltevermögen der Mannschaft ist beachtlich!

Im Fokus der Konkurrenz

Dass die gegnerischen Mannschaften der vergangenen Spiele die starke Konkurrenz unterschätzt haben, zeigen die Spielausgänge, die nicht nur Kenne rund Profis verwundert haben durften. Das 4:0 gegen Ingolstadt, ein 4:0 gegen Meppen oder ein 4:1 gegen Verl lassen Zweiflern kaum Raum für Kritik. Dresden greift an und zieht durch! Kein Wunder, dass die Buchmacher und Fußballwetten die sächsische Mannschaft auf dem Zettel haben. Sollte der Eintritt in die 2. Bundesliga wirklich klappen, könnte Dynamo Dresden zu einer der gefragtesten Mannschaften avancieren.

Noch sind alle Optionen und ausstehende Partien lassen harte Zweikämpfe vermuten. Hansa Rostock, 1860 München oder MSV Duisburg machen sich schon bereit für die Partie gegen den heimlichen Überflieger. Mit 55 Punkten beherrscht das Team um Kapitän Sebastian Mai die Tabelle. Allerdings kratzt bereits Hansa Rostock mit 54 Punkten Thron und wird sich in dem nächsten Spiel keine Chancen nehmen lassen. Für beide Mannschaften steht zu viel auf dem Spiel, um dem Gegner Raum zum Luftholen zu geben.

Wird die Geschichte fortgesetzt?

Wer an Fügung und Schicksal glaubt, der wird sich schon jetzt freuen. Mit Blick auf die 3. Liga und ihre Aufstiege lässt sich folgendes Muster erkennen: In der Vergangenheit konnten alle Mannschaften, die 26 Spiele absolviert hatten und mindestens 54 Punkte aufwiesen, einen Aufstieg in die 2. Liga verzeichnen. Auch Dynamo Dresden selbst bestätigt diese Tatsache, da sie in der Saison 2015/2016 schon einmal an diesem Wendepunkt standen. Kann eine Wiederholung also Wirklichkeit werden?
Elf Spiele warten noch auf Sebastian Mai und seine Jungs. Pascal Sohm, Ransford-Yeboah Königsdörffer und Christoph Daferner dürften sich bereits warmgelaufen haben, waren sie doch diejenigen Spieler, die einige der punktesichernden Torschüsse ablieferten. Bleibt zu hoffen, dass die spielerische Kraft auf den letzten Metern nicht schwindet.

Chancen auf allen Ebenen

Wird das kleine Fußballwunder aus Sachsen wirklich zur Realität, könnte sich Dynamo Dresden über einen großen Schub an Reichweite und Fanwachstum freuen. Nicht nur, dass sich weitere Dresdner Bürger plötzlich für den (noch) Drittligisten freuen und das Phänomen des Lokalpatriotismus um sich greift, sondern auch überregional könnte das Wunder für Empathie und Freude sorgen. Als sich der geografisch nahe Verein FC Energie Cottbus mit Trainer Eduard Geyer Ende der 1990er-Jahre von der Regionalliga in die 2. Bundesliga und sogar bis hinauf in die 1. Bundesliga spielte, gewann er nicht nur Anerkennung. Zeitgleich stieg der Bekanntheitsgrad des ostdeutschen Vereins und konnte viele Sympathisanten gewinnen.

Gleiche Chancen hätte Dynamo Dresden auch. Stellt es die Marketing- und Kommunikationsabteilung des Vereins richtig an, sollte der Aufstieg in die 2. Bundesliga auf allen Ebenen funktionieren. Dabei ist es wichtig, dass Männer und Frauen gleichermaßen angesprochen werden. Denn eine durchgeführte Studie des Marktforschungsinstitutes infas360 aus 2019 zeigte, dass knapp 42 Prozent der befragten Personen weiblich waren und ein gesteigertes Interesse am Fußball zeigte. Zwar liegen Männer mit knapp 66 Prozent weiterhin vorn, doch das Klischee, dass Fußball reine Männersache ist, dürfte sich längst als überholt erwiesen haben. Für den Dynamo Dresden stehen die Quoten gut, dass die kommende Saison eine einmalige Chance wird, die es zu greifen lohnt.

Noch 10 Spiele bis zur Entscheidung

Die nächsten Wochen werden für Dynamo-Fans eine nervenaufreibende Phase. Noch 10 Spiele stehen für den Drittligisten auf dem Plan, die es zu gewinnen gilt. Spätestens am 22. Mai 2021 entscheidet sich, ob die fabelhafte Vorarbeit belohnt wird oder umsonst war. Noch schmerzvoller wäre es jedoch, wenn es eine knappe Entscheidung zwischen Hansa Rostock oder Ingolstadt wird, die aktuell mit minimaler Punktabweichung auf Aufholjagd sind. Entweder deutlich verlieren oder mit großen Sprüngen aufsteigen: Dynamo Dresden steht unter großem Druck von Fans und Partnern und kann der Situation nicht ausweichen. Jetzt zeigt sich, ob das „Wunder von Dresden“ mit einem Feuerwerk die Saison beendet.

Zurück