Investieren oder sparen? Tipps für die richtige Geldanlage

Vor 20 Jahren konnte diese Frage ganz leicht beantwortet werden: Wer sicherheitsorientiert war, hat sich für ein Sparbuch entschieden, wer hingegen chancenorientiert war, entschied sich für den Aktienmarkt - heute gibt es die erste Möglichkeit jedoch nicht mehr. Wobei das so nicht ganz richtig ist. Sparbücher wie Tagesgeld-Angebote gibt es natürlich noch immer, aber sie können nicht mehr empfohlen werden. Jedenfalls nicht, wenn man ein Vermögen aufbauen will.

Doch warum sind Sparbücher wie Tages- oder Festgeldkonten nicht mehr attraktiv, sodass letztlich nur Aktien, Anleihen, Fonds wie Kryptowährungen übrigbleiben?

Das Problem mit der Nullzins- bzw. Niedrigzinspolitik

Die Finanz- und Weltwirtschaftskrise, die 2008 ihren Anfang nahm, hat die Welt in chaotische Zustände versetzt. Um wieder für etwas mehr Gleichgewicht zu sorgen, entschieden sich die Zentralbanken für eine Niedrigzinspolitik, die kurze Zeit später zu einer Nullzinspolitik wurde. Und die Europäische Zentralbank, die EZB, wird diese Politik auch in absehbarer Zeit verfolgen. Denn das Coronavirus hat neuerlich für ein Chaos gesorgt - und die Wirtschaftskrise, die das Virus ausgelöst hat bzw. noch auslösen wird, lässt ein Umdenken im Bereich der Zinspolitik der EZB wohl nicht zu.

Vergleicht man die aktuellen Zinssätze, die man für sein Sparbuch, Tages- oder Festgeld bekommt, mit der Inflation, so wird schnell klar, dass die Inflation in den letzten Jahren stets höher war. Das heißt, wer sein Geld auf einem Sparbuch liegen hat, akzeptiert einen realen Geldwertverlust.

Auf einem Sparbuch und/oder Tagesgeld sollte immer nur eine Liquiditätsreserve liegen. In der Regel sind das drei Nettomonatsgehälter. Das restliche Ersparte sollte man in Aktien, Fonds oder Kryptowährungen stecken.

Digitale Währungen

Wer unsicher ist, wie man mit Kryptowährungen spekuliert, der sollte sich mit diesem Link befassen. Wichtig ist, dass man in Kryptowährungen stets frei zur Verfügung stehendes Geld investiert. Denn die Volatilität ist nicht außer Acht zu lassen. Einmal geht es steil nach oben, dann wieder bergab. Das ist auch der Grund, warum das Geschäft mit den Kryptowährungen ausschließlich nur risikoaffinen Anlegern bzw. Sparern empfohlen werden kann.

Die Alternative Nummer 1 - Aktien

Eine Alternative für viele Sparer und Anleger: Aktien. Vor Jahren noch als gefährlich eingestuft, sind sie heute selbst für sicherheitsorientierte Sparer eine interessante Möglichkeit geworden, um sein Erspartes vermehren zu können. Wichtig ist, dass man auf die Diversifikation achtet. Da bedeutet, man investiert sein Geld in mehrere Aktiengesellschaften, die sich in verschiedenen Branchen wie Ländern befinden.

Fonds oder ETF?

Da man für eine entsprechend gute Diversifikation jedoch ein entsprechendes Budget benötigt, ist es mitunter ratsam, sein Geld besser in einen Fonds zu stecken. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man investiert sein Geld in einen aktiv gemanagten Fonds, hinter dem sich ein Fondsmanager befindet, oder man entscheidet sich für den börsengehandelten Indexfonds - kurz: ETF.

Der Fondsmanager versucht mit seinem aktiv gemanagten Fonds immer besser als der Markt zu sein. Das bedeutet, es wird stets gekauft bzw. verkauft; das heißt in weiterer Folge, es entstehen Gebühren, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Denn sehr wohl nagen die Gebühren an den Gewinnen.

Geringe Gebühren fallen hingegen bei einem ETF an. Denn in diesem Fall wird ein bestimmter Markt nachgebildet. Es gibt also keinen Fondsmanager, der im Hintergrund agiert. Entscheidet man sich für einen DAX ETF, so geht es in erster Linie um die Entwicklung der im Deutschen Aktienindex befindlichen Gesellschaften. Mit einem Sparplan investiert man sodann monatlich einen gewissen Betrag, für den man Anteile bekommt. Je nach Kurs bekommt man einmal etwas weniger Anteile, dann wieder etwas mehr Anteile. Letztlich entsteht so mit der Zeit der sogenannte Cost Average Effekt.

Welches soll Ziel erreicht werden?

Jeder Sparer bzw. jeder Anleger muss sich im Vorfeld die Frage stellen, was ihm persönlich wichtig ist und welche Ziele erreicht werden sollen. Nur dann wird man in der Lage sein, das für sich passende Produkt zu finden.

Wichtig ist, dass man sich bei langfristigen Veranlagungen nicht aus der Ruhe bringen lässt, wenn es zu Beginn nicht so läuft, wie man sich das vorgestellt hat.

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