Paul Wilhelm zum 50. Todestag

!!! Sonderöffnung am 30.04. und 01.05.2016 !!!

Allen Freunden der Lößnitz und ihres Künders Paul Wilhelm ist die facettenreiche Ausstellung einer gelungenen Auswahl seiner Werke in der Stadtgalerie Radebeul 2011 noch in guter Erinnerung.

Nun wird auch oberhalb der Meißner Straße unweit seines Refugiums seiner gedacht und an die Wiederkehr seines 50. Todestages am 23. Oktober 1965 mit einer Auswahl seiner Aquarelle in der neu in die Welt getretenen „AUSSTELLUNG DRESDNER KUNST“ in privaten Räumen auf der Hohen Straße 35 erinnert. Seit Werner Schmidts großer Aquarell-Ausstellung, die der Würdigung des 80. Geburtstages von Paul Wilhelm im Jahre 1966 gewidmet war, hat es keinen solchen Blick auf das Aquarellwerk von Paul Wilhelm mehr gegeben.

So ist auch vor dem Hintergrund inzwischen eingetretener Kunstentwicklungen der Versuch, das auch hier in Radebeul für die Ausprägung der Dresdner Malkultur von Paul Wilhelm Geleistete für eine breitere Öffentlichkeit wieder vernehmbarer ins Gedächtnis zu rufen, wichtig. Dies auch deshalb, weil von den öffentlichen Museen kaum derartige Impulse ausgehen.

Zunächst noch in der Zeit des ersten Weltkrieges dem große Paul Cezanne verpflichtet, nehmen die Aquarelle, „das Werk der guten Stunde“ (Fritz Löffler) seit Mitte der 20er Jahre und auch im Ergebnis seiner Reisen, insbesondere nach Italien, einen zunehmend breiteren Raum im Werk Paul Wilhelms ein und gewinnen nach dem zweiten Weltkrieg den Status einer eigenständigen Werkgruppe, die, abgelöst von den Bildwerken in Öl, eigene Geltung als gültiger Ausdruck der künstlerischen Arbeit beanspruchen. Sie sind es auch, die noch einmal beredtes Ausdrucksmittel in seinen letzten Lebensjahren werden, in denen die Anstrengungen der Ölmalerei nicht mehr zu bewältigen sind.

Das Aquarell muss „sitzen“, da ist nachträglich nichts zu beschönigen oder zu korrigieren. In seinen Aquarellen begegnet uns Paul Wilhelm daher von Komposition, Tektonik und Weltsicht, vor allem aber in seiner sublimen Farbsetzung ganz unmittelbar und persönlich. Es sind die Eindrücke des italienischen Lichts südlich der Alpen, die seine expressiven Blätter aus den frühen 20er Jahren bestimmen und denen in der Ausstellung ein eigener Raum gewidmet ist.

Ihnen stehen die flammenden Himmel der Lößnitz mit ihrem Orange und Tief-Violett in nichts nach, wie die Ausstellung ebenfalls nachweist. In der Schilderung seines Gartens und dessen Blumenpracht zwischen Rittersporn, Phlox und chinesischer Wildrose erweist sich das Aquarell bei Paul Wilhelm in seinen besten Arbeiten als ein Gegenüber äußersten künstlerischen Anspruchs.

Weniger bekannt sind der breiteren Öffentlichkeit bisher, abgesehen von seinen Marion-Porträts, die Porträts von Jungen und Mädchen oder jungen Frauen. In der Ausstellung ist diesem Aspekt des Wirkens von Paul Wilhelm breiterer Raum gegeben.

In seinen letzten Lebensjahren fand die lebenslange Zuneigung Paul Wilhelms zur kontemplativen Kunst Japans und seiner meisterlichen Farbholzschnitte, die auch sein Heim schmückten, Ausdruck in seinen Aquarellen auf feinstem Japanpapier, die klassische japanische Holzschnitte zitieren. Die besondere Papiertextur reizte ihn auch zu Erinnerungsbildern früherer Reisen, vielfach auf der Basis von Gedächtnisprotokollen in Form von feinen Graphitzeichnungen. Auch Beardsley bildet eine Folie für die Entfaltung Paul Wilhelm‘s später Aquarellkunst, die mit sparsamen graphischen Zeichen ein Höchstmaß an künstlerischer Konzentration, ausgewogener Komposition der Darstellung und Delikatess der farblichen Realisierung ausdrücken.

Die Ausstellung zum 50. Todestag Paul Wilhelms vereint Aquarelle des Künstlers, die über einen Zeitraum von ca. 50 Lebensjahren entstanden sind. Sie geben Zeugnis von seiner Zeichenkunst ebenso wie von seinem treffsicheren, musikalischen Farbgespür, das auch heikelste Farbkombinationen (z. B. in den Stillleben) sicher meistert.

Paul Wilhelms Aquarelle verführen und wecken in einer glücklichen Stunde in uns die Kräfte einer poetischeren Weltsicht, der sich zu überlassen alle Besucher herzlich eingeladen sind.                            

AUSSTELLUNG DRESDNER KUNST, Hohe Straße 35, 01445 Radebeul-West

Geöffnet:

  • 14.11. – 19.12.2015 und 9.1. – 28.2.2016
  • jeweils samstags 11 – 18 Uhr

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