Dynamo Dresden zurück in der 2. Bundesliga

Bald ist es soweit und die diesjährige Saison der Zweiten Bundesliga wird angepfiffen. Dabei dürfte die Vorfreude der Fußballfans in diesem Jahr kaum Grenzen kennen, schließlich lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass es sich um eine der interessantesten Spielzeiten seit langem handelt.

Von allen 18 Mannschaften waren lediglich vier während ihrer Geschichte zu keinem Zeitpunkt in der Ersten Bundesliga. Alle anderen Teams konnten sich irgendwann schon mal Erstligist nennen, auch wenn dies, wie beispielsweise beim SSV Jahn Regensburg, einige Jahre zurückliegt. Viele aktuelle Mannschaften der Zweiten Liga haben reichlich Erfahrung in Deutschlands höchster Spielklasse. Zum Beispiel die Absteiger SV Werder Bremen und Schalke 04. Aber auch der Hamburger SV, der 1. FC Nürnberg oder Hannover 96 waren lange Jahre fester Bestandteil der 1. Bundesliga.

Entsprechend viel Traditionsfußball trifft diese Saison aufeinander und Dynamo Dresden ist mittendrin. Die glorreichen Bundesligazeiten Anfang der 90er sind schon eine Weile her, denn größtenteils pendelte die SGD in den letzten Jahren zwischen Dritter und Zweiter Liga hin und her. Nun ist die Mannschaft von Alexander Schmidt souverän aus der 3. Liga aufgestiegen und möchte sich angesichts der großen Namen nicht verstecken.

Denn schon in der vergangenen Saison zählten die Dresdner zu den Favoriten als Rückkehrer in die 2. Bundesliga – als Absteiger des Vorjahres ist dies nicht weiter verwunderlich. Die Selbstbestimmtheit, mit der sie es geschafft haben, wird jedoch den ein oder anderen überrascht haben. Buchmacher sahen beispielsweise auch 1860 München und den FC Ingolstadt als wahrscheinliche Meisterkandidaten an, wobei von den beiden nur die „Schanzer“ mit dem dritten Platz das Ticket für den Aufstieg lösen konnten. Mit einem entsprechenden Sportwetten Bonus Tipp auf den Gewinn Dresdens hätte man also durchaus abräumen können. Für die Saison in der 2. Liga werden allerdings andere Vereine als Meisterfavoriten gehandelt. So wird neben den beiden Absteigern Bremen und Schalke auch wieder der HSV zu den wahrscheinlichsten Anwärtern gezählt.

Momentan hält sich Dynamo Dresden im Trainingslager in Heilbad Heiligenstadt fit, ehe es am 17. Juli an das letzte Testspiel vor Saisonbeginn geht. Dort wartet Union Berlin im Stadion “An der Alten Försterei” auf die SGD, bei der sich in letzter Zeit im Kader einiges getan hat.

Die Bundesliga-Leihgaben Jonathan Meier von Mainz 05 und Marvin Stefaniak vom VfL Wolfsburg kehren zu ihren ursprünglichen Arbeitgebern zurück. In der Verteidigung verlassen neben Meier auch Leroy Kwadwo und Niklas Kreuzer den Verein. Beide bleiben in der 3. Liga beim MSV Duisburg beziehungsweise dem Halleschen FC.
Der 19-jährige Maximilian Großer wird in die Regionalliga zur zweiten Mannschaft des Hamburger SV gehen, wo er das defensive Mittelfeld verstärkt. Vasil Kusej hatte als Mittelstürmer in der U19 eine hervorragende Zeit in Dresden, wird aber nach zwei Leihen in seine tschechische Heimat zum 1.SK Prostejov zurückkehren. Während diese Spieler allesamt ablösefrei den Verein verlassen, wird der 22 Jahre alte Julius Kade für 500.000 € in die Bundesliga zu Union Berlin wechseln.

Doch als Aufsteiger hat Dynamo natürlich auch einige Neuzugänge zu vermelden. Hier wird vor allem auf junge Talente gesetzt, die an den Profikader herangeführt werden sollen. Stürmer Phil Harres und Verteidiger Jonas Kühn kommen beide aus dem U19-Bundesliga-Nachwuchs des Vereins, genau wie Jong-min Seo für das Mittelfeld, welcher von den Junioren von Eintracht Frankfurt nach Dresden wechselt. Alle drei Spieler sind erst 19 Jahre jung und sollen entsprechende Dynamik in die Mannschaft von Schmidt bringen. Im Tor wird Anton Mitryushkin von Fortuna Düsseldorf zum Team stoßen. In der Offensive werden außerdem Morris Schröter vom FSV Zwickau, Luca Herrmann von SC Freiburg II und Brandon Borrello von SC Freiburg an das Rudolf-Harbig-Stadion wechseln. Während über die Ablösesumme des 25-jährigen Borrello Unklarheit herrscht, sind die anderen Zugänge ablösefrei zur SGD gekommen. Zwei weitere sehr interessante Personalien werden ab dieser Saison die Innenverteidigung der Dresdener verstärken. Zum einen wird Antonis Aidonis (20) vom VfB Stuttgart ausgeliehen. Zum anderen wird der 31-jährige Routinier Michael Sollbauer vom FC Barnsley aus der Championship kommen. Besonders Sollbauer könnte mit seiner Erfahrung und seinen Leader-Qualitäten wichtig sein.

Die Ziele für die SG Dynamo Dresden wurden von Sportdirektor Ralf Becker und Trainer Alexander Schmidt klar formuliert. Unter die ersten 15 wolle man kommen, in anderen Worten sollen Abstieg und Relegation vermieden werden. Als Aufsteiger wird sich also vorerst darauf fokussiert, ein zweitligataugliches Team zu bilden, mit einem Großteil des alten Kaders, gepaart mit den Neuzugängen. Bislang ist das Trainerteam mit der Vorbereitung der Mannschaft zufrieden, auch weil die hinzugestoßenen Spieler erstmals zusammen mit dem Team trainieren konnten und Verletzte wie Ransford-Yeboah Königsdörffer wieder einstiegen.

Torhüter Patrick Wiggers und Verteidiger Robin Becker werden allerdings noch länger fehlen, beide plagt ein Kreuzbandriss. Außerdem fehlt Innenverteidiger Tim Knipping wegen einer Hand-Operation, die bereits länger in Planung war. Für den finalen Test gegen Union Berlin wird er aber dabei sein. Weniger sicher ist es bei Justin Löwe, der sich im Training die Schulter auskugelte. Für den 22-Jährigen werden in den nächsten Tagen weitere medizinische Tests folgen. Wann er wieder auf das Feld zurückkehren kann, bleibt jedoch offen.

So nähert sich Dynamo Dresden dem ersten Saisonspiel der 2. Bundesliga. Am 24. Juli empfangen sie Mitaufsteiger Ingolstadt für eine erste Standortbestimmung in der neuen Spielzeit. Die Generalprobe in Berlin steht eine Woche zuvor an, hier wird sich zeigen, wie gut das Team von Alexander Schmidt mit der Herausforderung zurechtkommt.

 

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