Androgenetische Alopezie: Was ist das?

Androgenetische Alopezie ist in Deutschland weitverbreitet. Jeder zweite Mann ab 50 ist betroffen und viele leiden schon mit Anfang bis Mitte 20 an den ersten Symptomen. Das kann sehr frustrierend sein, denn volles Haar ist ein Schönheitsideal.

Man mit Glatze

Androgenetische Alopezie ist die häufigste Haarausfall Ursache unter den Deutschen. In 80 % aller Fälle von Haarausfall handelt es sich um diese genetisch veranlagte Form des Haarverlusts. Die typischen Haarausfall Merkmale sind Geheimratsecken, eine zurückweichende Stirnlinie und die Glatzenbildung am Oberkopf.

Anzeichen von HaarausfallBildquelle: Alpecin

 
Doch was verursacht die androgenetische Alopezie und wie kann man ihr entgegenwirken?

Haarwachstum verstehen

Um die androgenetische Alopezie zu begreifen, muss man zunächst verstehen, wie das Haarwachstum funktioniert. Dieses kann in drei Phasen unterteilt werden: die aktive Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase.

In der aktiven Wachstumsphase bildet die Haarwurzel ein neues Haar aus, dieser Prozess dauert zwischen zwei und sechs Jahren. Durch die Bildung neuer Keratinozyten (Haarzellen) in der Haarmatrix wächst das Haar dabei immer mehr in die Länge. Nach dem aktiven Wachstum geht das Haar in die Übergangsphase ein. Innerhalb von zwei bis drei Monaten unterbricht das Haarfollikel die Energiezufuhr zur Haarwurzel, sodass das Haar langsam abstirbt und schließlich in der Ruhephase ausfällt.

Haarausfall Ursache: Androgenetische Alopezie

Bei androgenetischer Alopezie ist die Haarausfall Ursache nicht, wie viele behaupten, das männliche Sexualhormon Testosteron, sondern ein Abbauprodukt von Testosteron. Dihydrotestosteron (DHT) ist die korrekte Bezeichnung für dieses Produkt, das der Körper aus Testosteron herstellt und das sich negativ auf die Haarfollikel auswirkt.

Bei erblich bedingtem Haarausfall reagieren die Haarfollikel sensibel auf DHT, sodass die aktive Haarwachstumsphase sich verkürzt. In der Folge durchlaufen die Haare schneller die Übergangs- und die Ruhephase und fallen schließlich aus. Doch DHT hat nicht nur Auswirkungen auf die Haarwachstumsphase, sondern verengt auch die Haarfollikel, sodass die Haarwurzeln langsam verkümmern und absterben. Ist die Haarwurzeln abgestorben, verbleibt eine kahle Stelle.

Symptome und Merkmale

Symptomatisch sind bei dieser Form des Haarausfalls Geheimratsecken, Haarverlust im Stirnbereich, sowie die Glatzenbildung am Oberkopf. Experten gehen davon aus, dass diese Merkmale dadurch entstehen, dass die Haarfollikel an diesen Stellen besonders empfindlich auf DHT reagieren. Zwar findet eine vollständige Glatzenbildung meist erst mit über 50 Jahren statt, doch schon in den 20ern bemerken Betroffene die ersten Anzeichen des genetisch veranlagten Haarausfalls.

Übrigens können sowohl Mutter als auch Vater die androgenetische Alopezie vererben. Ein Blick ins Familienalbum kann schon früh Aufschluss darüber geben, ob die Kinder womöglich betroffen sind. Das ist wichtig, denn je früher der Haarausfall diagnostiziert wird, desto effektiver kann er behandelt werden.

Erblich bedingten Haarausfall behandeln

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um erblich bedingten Haarausfall zu behandeln. Dazu gehören neben verschreibungspflichtigen Medikamenten, wie Finasterid, auch Lösungen und Schäume, die den Wirkstoff Minoxidil beinhalten, sowie Haartransplantationen. Diese Optionen sind entweder mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden oder sehr zeit- und kostenintensiv.

Die sanfte Alternative ist deshalb ein Shampoo gegen Haarausfall, das den Wirkstoff Coffein beinhaltet. Coffein wirkt längst nicht nur im morgendlichen Kaffee stimulierend, sondern wirkt sich auch positiv auf die Haarfollikel aus. Doch Kaffeetrinken reicht nicht aus, um das Haar vor dem Ausfall zu bewahren: Eine topische Anwendung über die Kopfhaut ist essenziell. Laboruntersuchungen konnten zeigen, dass Coffein die aktive Wachstumsphase bei erblich bedingtem Haarausfall verlängert und das Haarwachstum steigert. Außerdem fördert Coffein die Durchblutung der Kopfhaut, wodurch die Haarwurzeln besser mit essenziellen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden können, die für ein gesundes Haarwachstum notwendig sind.

Haarausfall Shampoo richtig anwenden

Damit das Coffein-Shampoo gegen Haarausfall die gewünschte Wirkung entfaltet, muss die Einwirkzeit mindestens zwei Minuten betragen. Solange braucht das Coffein, um von den Haarfollikeln aufgenommen zu werden und dort einen Schutz gegen das DHT zu errichten. Der Körper baut Coffein innerhalb von 24 Stunden ab, deshalb muss die Anwendung des Haarausfall Shampoos täglich erfolgen, damit die Wirkung nicht nachlässt.

Wird das Produkt nicht mehr angewendet, setzt der Haarausfall wieder ein. Bei der Pflege sollte generell darauf geachtet werden, Haar und Kopfhaut nicht zu strapazieren. Das Wasser sollte bei der Haarwäsche nur lauwarm sein und das Shampoo sollte mit klarem Wasser sorgfältig ausgespült werden. Reste von Pflege- und Stylingprodukten können die Kopfhaut reizen und den Haarausfall zusätzlich verstärken.

Auf das Trocknen der Haare mit einem heißen Föhn sollte verzichtet werden. Stattdessen wird das Haar mit einem weichen Handtuch sanft trocken getupft und dann an der Luft getrocknet. Wenn der Haarausfall anhält, sollte ein Experte aufgesucht werden.

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