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Thema

Neubau Gewandhaus Dresden Neumarkt (12.07.2007)



Die Stadt Dresden plant, auf der Fläche des 1791 abgerissenen alten Gewandhaus am Neumarkt ein neues Gebäude errichten zu lassen. Es wurde ein städtebaulicher Gestaltungswettbewerb veranstaltet, der am 04. Mai 2007 entschieden wurde. Die politischen und lokalen Entscheidungsträger wollen nach der öffentlichen Diskussion um die ersten Preisträger beurteilen, ob sich die Architektur in das Neumarktensemble einfügt oder nicht. Wenn sich im Stadtrat keine Mehrheit für einen überzeugenden Entwurf findet, so die Übereinkunft, braucht die Fläche des ehemaligen Gewandhauses nicht unbedingt bebaut zu werden.

Die GHND (Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e. V.) plädiert aus städtebaulichen Gründen entschieden gegen eine Bebauung dieser Fläche, da der Platz unnötig verengt würde und wichtige Sichtachsen zerstört werden, auf die bereits im 18. Jahrhundert gesteigerter Wert gelegt worden war.

Was halten die Dresdener von der Bebauung der Fläche am Neumarkt?

Weiter Informationen und Ansichten der Modelle der einzelnen Architekten unter : http://www.dresden.de/de/08/01/02/01/c_003.php



Die Diskussion zu diesem Thema wurde abgeschlossen.

Abgegebene Stimmen: 9092


Ich finde es gut, an dieser Stelle ein neues Gebäude zu errichten.


964 (11%)




Ich finde einen Gestaltungswettbewerb und einen anschließenden Neubau super.


841 (9%)




Wenn das Haus in gleichem Stil gebaut würde, würde es die Stadt zunehmend bereichern.


693 (8%)




Ich bin gegen den Bau eines neuen Gebäudes, da dieses wichtige Sichtachsen zerstören könnte.


5228 (58%)




Ich bin gegen einen Neubau, da dieses Gebäude unnötig Steuergelder verschlingen wird


668 (7%)




Das ist mir egal.


698 (8%)




Meinungen

Gibt es keine neuen Themen, die für Dresdner interessant sein könnten??! Der letzte Beitrag zu dem Thema Gewandhaus liegt ja auch schon ein wenig zurück...
Mario Grabitz (Dresden, 08.01.2009)
mgrabitz@gmx.de

Damage to cultural property, belonging to any people whatsoever, means damage to the cultural heritage of all mankind, since each person against that ugly "Gewandhaus" makes its contribution to the world.
Steffen S. Kaufmann, die neue S-Klasse (Dresden, 15.02.2008)
steffen.kaufmann@googlemehl.com

Niemals an dieser Stelle! Schön wäre es, wenn wenigstens dieses Mal der Stadtrat die Meinung der Mehrheit der Dresdner respektieren würde.Die Touristen kommen nach Dresden um die wiedererstandene und -entstehende Altstadt zu sehen. Und die Dresdner wünschen sich die Seele Ihre Stadt zurück. Dieses Jahr preisgekrönt, aber wie sieht das geplante Gebäude in 20 Jahren aus? Gibt es nicht genügend Negativbeispiele, vor allem in den alten Bundesländern? Warum werden die Fehler wiederholt? Moderne Architekur gehört in eine lebendige Stadt, aber dorthin, wo diese ein modernes Ensemble bilden können.
Wittig (01129 Dresden, 07.12.2007)
ursula-wittig@freenet.de

Hallo liebes Dresden ich finde diese Bebauung nicht gut, weil es das "Alte hisrorische Dresden" zerstören würde und das wäre quatsch. Desweiteren, so ein modernes Gebäude in einer alten Stadtanschicht zuerrichten ist einfach nur lächerlich, es passt überhaupt nicht dazu. Wieso sollte man so eine schöne Ansicht (bis jetzt)zerstören???!!! Man hat so viel in Dresden investiert und man hat es auch gut genutzt. Es ist eine wieder wunderschöne Altstadt enstanden und jetzte baut man soetwas noch hinein...., WARUM?????? Ich verstehe es nicht.......! Bitte um Antwort!
Nic Greifendorf (Straubenhardt, 04.11.2007)
nicgreifendorf@oleco.net

Konfrontationsarchitektur der 60 er / 70 er Jahre ist heute uninteressant geworden. Die Architektur muß sehr schnell begreifen , daß sich das Empfinden der Menschen völlig verändert hat. Und gerade in Dresden , wo die Schönheit der Bauten die Menschen prägt. Der Entwurf Cheret-Bocic liegt für dieses Umfeld Neumarkt Dresden mei- lenweit ausserhalb jeglicher Akzeptanz.
Groetzner , Hans-Otto (27721 Ritterhude , Eickbusch 7, 10.10.2007)
hsgroetzner@t-online.de

Das leere Gewäsch der heutigen Architekten und ihr starrsinniges Festhalten an Solitärbauten, wie sie es während des Studiums beigebracht bekommen, wird wieder deutlich in dem sog. Offenen Brief der Architektenkammer Dresden. Hier mal drei wesentliche Auszüge: 1. Zitat: Die Gestalt des von Professor Peter Cheret und Jelena Bozic aus Stuttgart vorgeschlagenen Baukörpers ist zunächst ungewohnt und provoziert hinsichtlich seiner Erscheinung gegenüber der Frauenkirche. Das aber ist seine architektonische Qualität im Geiste des 21. Jahrhunderts gegenüber dem Geist der Frauenkirche aus dem 18. Jahrhundert. Insofern ähneln sich beide Gebäude als Solitäre in ihrem geistigen Anspruch. tatiz Hier werden die Hauptmerkmale der modernen Architektur deutlich angesprochen, nämlich die Provokation und der Solitärbau, der sich niemals anpassen oder unterordnen will. 2. Zitat: Das Innovative dieses Gewandhausentwurfes korrespondiert mit dem Neumarkt und dem historischen Gegenüber. Tatiz Auch hier tritt das verquerte Denken moderner Architekten deutlich zutage. Ein Gebäude wird ungeachtet seiner Einfallslosigkeit, Schlichtheit und Schmucklosigkeit als innovativ bezeichnet. Mit diesem kleinen Wörtchen werden Verantwortliche in Stadträten suggestiv unter Druck gesetzt. Denn wer will schon rückständig sein? Dann noch die leere Worthülse des sogenannten Korrespondierens mit der Umgebung. Damit kann ich alles umschreiben. Ich kann auch einen Rap-Song parallel zu einer Beethoven-Sonate abspielen und dann behaupten, die beiden Stücke korrespondieren miteinander. Nun wissen wir aber aus eigener Erfahrung, daß nicht jede Korrespondenz zwangsläufig zu einem befriedigenden Ergebnis führt. 3. Zitat Dresden bräuchte endlich eine Befreiung vom Provinzialismus und eine Hinwendung zu mehr Weltoffenheit - auch in der architektonischen Gestaltung. tatiz Auch hier wird suggestiv versucht, Widerstände zu brechen, denn man wird bei Ablehnung dieses sog. weltoffenen Entwurfs (was immer das sein soll) als Provinzialist bezeichnet, eine nette Umschreibung für einen rückständigen Dorftrottel. Der weltoffene und nicht provinziell eingestellte Mensch hat also nach dieser Aussage provokante Beton-/Stahl- und Glasgebäude zuzulassen, auch oder gerade dann, wenn sie das gewachsene oder harmonisch gestaltete Umfeld zerstören. In dieser Provokation und gleichzeitigen Zerstörung soll sich eine Stadt als weltoffen und liberal fühlen dürfen. Ich kann nur jedem Verantwortlichen in Dresden und anderswo zurufen, sich von dieser unverschämten Blumensprache zeitgenössischer Architekten nicht beinflussen zu lassen. Dresden sollte sich weltoffene Städte wie Rom, Florenz, Prag oder Krakau zum Vorbild nehmen. Die sind ganz selbstverständlich weltoffen, auch ohne ein Gewandhaus zeitgenössischer Architekten vor der Spanischen Treppe oder auf dem Wenzelsplatz.
Claus (München, 30.08.2007)
claus@muenchen.de

Zugegeben, ich bin ein Zugezogener. Aber was man hier in Dresden erlebt, grenzt an die Unternehmungen von Schildbürgern. Brücke, Gewandhaus... das sind die Gipfel der Dinge, die es hier zu erfahren gibt. Wie kann ich einen "Architektur"-Entwurf preiskrönen, von dem der Ersteller selbst sagt, er habe sich nicht mit der Fassade beschäftigt? Den Rest bekommt auch ein 8-jähriger hin, der einen Ingenieur zur Seite hat.
Bastel-Wastl (Hechtviertel, 27.08.2007)
bastel-wastl@web.de

Wie Recht Sie haben, Georg (Fam.- Name oder Vorname ?) . Das alles liegt aber wohl daran, dass in Dresden nur Ortsfremde das Sagen haben, die überhaupt kein Herzblut für diese wunderschöne Stadt haben. Woher auch ? Naja, die niedrigen Umfragewerte für die Blockpartei und die Esspehdee sind ja meiner Meinung nach nur deshalb entstanden, weil man eben meint, in Dresden gäbe es keine vernünftigen Leute. Auch bezüglich des Weltkulturerbes sind zusagenhabenwollende Nichtdresdner der Meinung, dass so eine Welt-Kultur-Gold-Medaille für Dresden nicht nötig sei.Naja, die gehen ja alle einmal in ihre Heimat zurück (hffentlich). Aber vorher sollte man denen klar machen, dass wir "unser Dresden" als Weltvorzeigestadt erhalten und weiter ausbauen wollen. Das wind wir auch denen schuldig, die in der ganazen Welt für unsere Frauenkirche gespendet haben und den Westdeutschen, die zum allergrößten Teildie Tansfairgelder nach hier aus ihrer Tashe bezahlen (müssen). "Nujaaa, da baud ma scheen", würde der Mann mit dem Spitzbart sagen, der auch schon in Leipzig die Paulinerkirche sprengen ließ, um dann an deren Stelle architektonische Bauten errichten ließ, die das Stadtbild jahrzehntelang verschandelten.
Kullermund -22- (Dresden, 23.08.2007)
kuller@mund.xx

Habe mir die Modelle für das Gewandhaus angesehen und bin fassungslos darüber wie wie man solche häßliche, herzlose Betonklötze für eine so exponierte Stelle prämieren kann. Es hat nicht gereicht westdeutsche Städte mit fantasieloser Architektur zu verschandeln, jetzt muss das Enseble um die Frauenkirche wohl auch dran glauben. Haben die Verantwortlichen in Dresden den Verstand verloren, haben sie im Übermut vergessen welchen Schatz (finanziellen) sie dabei sind zu ruinieren? Es gibt in Dresden doch ausreichen Raum für moderne (und nicht geliebte) Architektur.
Georg (Bensheim, 22.08.2007)
georg@bensheim.de

Rhinolophus Hipposideros ist der Sächsische Batman, der August der Starke des dritten Jahrtausends ! Lassen wir ihn ein ! Ich glaube, jetzt geht´s los und ein Goldenes Zeitalter mit Renaissance der Architektur bricht an, am Postplatz, von der Ostraallee, vom Theaterplatz und aus dem Zwinger gesehen, der Postplatz wird gerettet, der Jüdenhof, die Schlossstraße und der westliche Neumarkt, befreit von der Zerrissenheit der sogenannten Nachkriegsarchitektur.
Hufeisen Nase (Dresden, 10.08.2007)
Rhinolophus@Hipposideros.com

Leider ist es dem Team Cheret-Bozic nicht gelungen, ein Gebäude zu schaffen, dessen Fassade sich harmonisch in den Dresdner Neumarkt einfügt: „Wir haben weniger in Fassaden gearbeitet“, sagte der Wettbewerbssieger bei der Präsentation selber. Karl Friedrich Schinkel schrieb 1825: „Ein Gebrauchsfähiges Nützliches Zweckmäßiges schön zu machen ist Aufgabe der Architektur…“, sonst könne man nur von „Bauwerken“ reden. Ist dieser Entwurf dann überhaupt Architektur? Schönheit würde Eigenschaften fordern wie Symmetrien und Harmonien, kleine Abweichungen unter Beibehaltung von gemeinsamen Gestaltungsgrundsätzen mit den Nachbarbauten; nur ein Übernehmen und Weiterentwickeln von Gestaltungselementen des Dresdner Barock hätte ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Gut, dem Preisträger dagegen schien vorrangig anderes wichtig zu sein. „Wir wollen einen Dialog aufnehmen vom Inneren des Gebäudes nach außen“ sagte er. Durch eine sensible Analyse der Situation am Neumarkt, erstellte er optimale Blickachsen aus dem Gewandhaus auf das Johanneum einerseits und die Frauenkirche andererseits und passt dies in vorhandene Linienführungen ein. Dies und dass er dies aus tiefster Bewunderung für diese Gebäude tut, ist ihm sicherlich hoch anzurechnen. Nur ist es eine sehr einseitige und parasitäre Haltung: Während man vom Gewandhaus-Bauwerk wunderbare Blickführungen auf die Architektur des Neumarkts hätte, fällt nun mal der Blick vom Neumarkt auf die Nicht-Fassade des Gewandhaus-Bauwerks und stört das Gesamtbild. Herrn Cherets Vorgehen möchte ich mit einem Arzt vergleichen, der zwar zunächst eine Krankheit sensibel und zutreffend diagnostiziert, dann aber mit Presslufthammer und Schweißbrenner die Operation ausführt, weil Skalpell und Nadel schon seit langem bekannt sind und damit nicht mehr modern. Statt zeitlos ansprechender Architektur wird ein modernes Experiment geplant, dass in 10 Jahren nur noch peinlich wirkt.
Frank Stefan Braun (Worms, 08.08.2007)
frank_stefan_braun@yahoo.de

Alles was bis jetzt für den Neumarkt in Dresden mit sehr vielen Anstrengungen und sehr sorgfältig geplant und geleistet worden ist und darum in der ganzen Welt bewundert wird, wird mit diesem brutalen Neubau des Gewandhaus wieder völlig vernichtet. Alle Mühe zu einem schönen und monumentalen Neumarkt ist dann wieder umsonst gewesen. Das ist unverständlich!!!
Peter Haars (Houten - Niederlande, 05.08.2007)
peterhaars1952@hotmail.com

ich bin auch der meinung, dass dort das Gewandhaus nicht gebaut werden darf . Meines Wissens wurde im 18. JH extra das alte Gewandhaus abgerissen, weil es ins Barockensemble nicht hineinpasste. Unser Vorbild soll aber das Barockensemble sein
Matthias Grahl (Radeburg, 03.08.2007)
grahl1209@arcor.de

Angenehm fällt auf, dass das Gebäude das erste stadtprägende seit langem ist, über das bevor alle Entscheidungen gefällt sind umfassend informiert und diskutiert wird. Ein Verdienst mit Sicherheit auch des modernen Architekten, der schon 2000 den ersten Entwurf vorgestellt hat. In wenigen Wochen soll nun der historische Bau der Brücke beginnen. Der einstige Jury-Chef und Architekt Marg plädiert nun für einen neuen Bürgerentscheid. Bei der Abstimmung für die Brücke im Februar 2005 sund die Dresdner mit einer manipulierten Frage hinters Licht geführt worden, sagt der frühere Jury-Chef heute, der den damaligen Siegerentwurf nun ablehnt und uns einen Tunnel empfiehlt. Ich bin mir sicher, auf den Aufwand einer zweiten Wahl kommt es nun auch nicht mehr an. Brauchen wir eine Querung, schauen wir uns vergleichbare Städte an, dann sicher nicht, Köln hat fünf Brücken, alle haben mehr Stau als Dresden. Das Blaue Wunder würde um gerade mal 9% entlastet (Gut, schon dass hilft der Ampelphase.), die Schillerstraße um 33%. Sooooo toll ist das nun auch nicht für Loschwitz, das teilweise besonders profitieren würde. Aber ich denke, mit diesen Gedankenaustauschen können wir wirklich langsam aufhören. Wählen bis das Ergebnis stimmt muss eine ganz außerordentliche Ausnahme sein. In Dresden gab es den Versuch schon mal in der jüngsten Vergangenheit und die Wählerschaft hat deutlich ihre Meinung gesagt. Die erste Ausnahme war das mangelnde Wissen um die Sache mit dem Welterbe (Übersetzungsfehler 2 statt 5 km und falsche Flussrichtung, schon das sollte für eine Anfechtung eines Kaufvertrages völlig genügen, da mit dem Solgan unescogeprüft geworben wurde), und praktisch, wenn auch abstrakt intellektuell nicht von Belang, noch sehr viel entscheidender: Die Bürgerschaft, wir alle außer ein paar Profis wie Herr May, der kein typischer Brückenfreund ist, waren mit dem Volksentscheid völlig überfordert, wir haben keine Erfahrung mit Volksentscheiden wie die Schweizer. ADAC plus CDU plus FDP haben einen damals todsicheren LAGERWAHLKAMPF gemacht, der mit einem Volksentscheid, einer Sachentscheidung, bei der man die Partei vergisst, nicht das Geringste zu tun hatte. Sowas ist überhaupt nur im Osten möglich, auch wenn Dresden sonst eher eine intelligente Stadt ist, das war absolutes Provinzniveau, die ultimativen Bananenossis haben gewählt. Dazu das komplizierte Thema Verkehr. Die Wenigsten sind Verkehrsingenieure. Dass die Linksgrünen, wahrgenommen damals vor Ort vor allem durch ein jugendliches ColoRadio und irgendwelche grünen Freaks, die Atomtransporte aus Rossendorf blockiert haben, gerade mit einem Griff in in Minuskiste nach dem anderen, keine Chance hatten, war in diesem Lagerwahlkampf kurz vor der Frauenkircheweihe klar. Jede grüne Idee wurde mit Baumzelten gegen die A17 in Zusammenhang gebracht, die Professoren haben sich erst nach der Wahl wahrgenommen gemeldet. Die 20.000 Stimmen wurden vom den netten Stammtankwart gesammelt. Nach meinem Eindruck haben die unerfahrenen Volksabstimmer nicht gewusst, über was sie da überhaupt abstimmen (und zwar sowas von nicht, das muss man vor Ort erlebt haben), deshalb auch die niedrige Wahlbeteiligung. Fast niemand war motiviert, gegen etwas zu sein. Gegen etwas, das sich heutige Experten ausgedacht haben, sind Freaks, aber doch keine normalen Bürger, so damals die Nachwende- Lebenserfahrung. Seit der Wende wurde so viel Neues gebaut und jetzt eben nach der Gläsernen Manufaktur, AMD und Frauenkirche wieder was Neues, ja da sind wir dafür oder lassen die anderen abstimmen. Juristisch haben die Brückenfreunde alles richtig gemacht und intellektuell juristisch argumentieren sie auch maximal überlegen, was nicht zusammenpasst ist der riesige Bildungsunterschied der Lager. Es muss absolut schockierend sein wie eindeutig und gewaltig der Zusammenhang Bildungsniveau Brückenmeinung ist. Ich bin keineswegs der Irrmeinung, dass der Mensch beim Akadmiker beginnt, aber Abitur trauen sich heute viele zu und viele junge Brückenfreunde haben noch viel weniger. Gerade wenn es im Leben keine so simplen Zusammenhänge gibt, ist es ja um so komischer wie klar der Zusammenhang ist. Man könnte natürlich behaupten in der Schule wird man von 68ern zum Grünen gemacht, aber dann wird das schon seinen Grund haben, auch wenn es bei mir nicht geholfen hat. Die Brückenfreunde, das ist das Widersprüchliche, absolut Unnormale, mögen zwar an der Spitze intellektuell besser besetzt sein, an der Basis ist das Gegenteil der Fall, und zwar in einem Ausmaß, dass der Demokratie auch nicht gut zu Gesicht steht. Laut mancher Statistik bestehen die Befürworter nur aus Rentnern, Hauptschülern, NPD-Wählern und Katholiken, zu denen Gott spricht, auch wenn sie kein Auto haben. Jeder Hardcore-Brückenfan kann die Umfragen im Auftrag der SZ als SED-Meinungsmache oder dekadenten Boulevard abtun oder sich über die Signifikanz lustig machen, das sind trotzdem in der Summe, die jüngste Umfrage steht ja nicht allein im Raum, überzeugende Zahlen und natürlich wollen die LoNSDAle-Träger es der Unesco mal so richtig zeugen, die Zahlen sind recht genau hochgerechnet. Es kann schon sein, dass jemand sonst noch jemand anders kennt, der Abitur hat und für die hässliche Brücke ist, diese doppelrohrige unsächsische Abschussrampe mit dem Blauen Wunder vergleicht, aber entweder er kennt zumindest jemanden, der seinen Haupwohnsitz außerhalb Dresdens in Dresden-Weixdorf hat oder er ist sonstwie ein politischer Strolch. Die Dresdner haben, wenn überhaupt, ich meine jetzt die Straßenkarte mit Verkehrsprognose, nur im tief roten und sehr grünen nach persönlicher Betroffenheit gewählt, weil die meisten nicht in einer Gummizelle wohnen, sondern mal dieses und mal jenes sind. Sie haben volkswirtschaftlich gedacht und erst nach der Wahl wurden sie mit Informationen überschüttet, Welterbe, Straßenkarten, bundesweite Presse, nicht immer bestens informiert, angesehene Zeitungen haben vom Canalettoblick geschrieben, aber interessant war´s trotzdem. Ich war in Baden im Urlaub bei einem Gastwirt, der hat in seinem Dorf 50.000 Euro für die Frauenkirche gesammelt, der hat dafür gelebt, obwohl er hier eigentlich niemanden kannte. Ein Hardcore-CDU-Mensch, der hat mich gefragt, ob die CDU in Dresden überhaupt noch zu retten ist, da hat man die SPD als Splitterpartei und dann macht man so einen Lagerwahlkampf, und gibt hinterher nichtmal zu, dass einiges falsch gelaufen ist. Auch dass so ein großer Generationenkonflikt herrschte bei der Abstimmung, das tut der Demokratie auch nicht gut. Die Alten gehen halt zu jeder Wahl, da sehen sie mal Menschen. Nun wüsste wirklich jeder um was es geht. Besonders enthaltsam waren die Frauen, die Familien hatten vielleicht auch was Anderes zu tun, das weiß ich nicht. Da ich, wenn auch passiv, eher zu den Brückenbefürwortern zähle, fällt es mir leicht, dieses Problem auszusprechen, dass ein zweiter reiferer Wahlgang, den jeder aktzeptieren würde, einfach dem Klima in der Stadt besser täte. Es muss nicht so sein, Statistiken lügen, aber statistisch haben zwei Dumme einen Schlauen überstimmt, sowas ist nun für noch einmal völlig ausgeschlossen, da jeder eine Lernkurve hat und niemand gezwungen wird seine Meinung zu ändern. Es ist bei Wahlwiederholungen fast immer der Fall, dass das Ergebnis mit noch größerer Deutlichkeit bestätigt wird. „Wollen Sie eine welterbetaugliche Querung, ja oder keine ?“ Danach könnte Dresden 800 Jahre die Welterbe diese Welt mitbestimmen, wer weiß, wozu es mal gut ist. Elbflorenz hat mit dem Rückspiel Erfahrung, durch das provinzielle Bürgermeisterwahlrecht, bei dem ich mich immer wundere, dass ich scheinbar der Einzige bin, der es für undemokratisch hält, obwohl es bisher keinen Schaden angerichtet hat. Ein Kandidat braucht die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang und lediglich die einfache im zweiten, dazu kommt, dass beim zweiten Kandidaten antreten können, die beim ersten gar nicht dabei waren. Man kann also Fakekandidaten aufstellen, um Gruppen zu spalten, normal wäre ein Knockout- oder Best2ofAll-system, bei dem der letze verbleibende Kandidat, der für manche nur Kompromiss ist, die absolute Mehrheit braucht. Daher würde das Ergebnis, ich sehe die Chancen siehe oben entgegen mancher Umfragen 90:10 für die Befürworter, von jedem aktzeptiert werden. Es gäbe kurz Häme und am nächsten Tag wäre das Thema erledigt, außer dass es in 30 Jahren zur Legende würde, vergleichbar mit in Berlin dem Fall der Mauer. Ich habe mich damals der Stimme enthalten. Diesmal würde ich das wieder tun, obwohl ich so viel diskutiere. Ich bin im Kopf für die Brücke, im Herzen dagegen. Ich bin davon überzeugt, dass der Verkehr mit der Brücke besser rollt und der Vorteil im Ausmaß größer ist als der induzierte PKW-Verkehr, der eigentlich immer dumm ist für Großstädte. Ich finde die Brücken vom Standort her aus einigen Perspektiven absolut unvertretbar, selbst wenn es eine Gelddruckmaschine wäre, denke aber, dass man im wirklichen Leben selten aus diesen Perspektiven schaut und die Brücke umfassender und verträglicher wahrnimmt. Allerdings finde ich den Bau, schon das Geländer und die Abschussrampe architektonisch (rein ästethisch) schlecht aussehend. Die meisten gingen gutgläubig davon aus, da wäre etwas von Architekten entworfen worden. Der Entwurf, den wir hier sehen, ist doch ein Brutalindustrietypus kasachischer Prägung, den sich ein Dresdner Büro nie getraut hätte, das sind kulturlose Stadtflüchtlinge, die Angst vor einer deutschen Hauptstadt Dresden haben. Ich werfe den Befürwortern unfaires Verhalten vor, mit dem sie allerdings eher sich selbst schaden, sogar, selten in der Politik, langfristig. Als erstes ehemaliges deutsches Unesco Weltkulturerbe würde Dresden weltweit für Aufsehen sorgen. In jedem Baedeker und jeder Touristbeschreibung würde man dann lesen können, daß Dresden per Volksentscheid sein Weltkulturerbe zerstörte. Das haben nicht mal die Taliban in Afghanistan geschafft.
Steffen Kaufmann (Dresden, 27.07.2007)
steffen.kaufmann@guhglemail.com

Durch den Klimawandel, der, sind wir mal ehrlich, besonders Russland und uns Sachsen nützt, lohnt es sich, dort über ein Freibad zumindest nachzudenken. Im Winter könnte man dort herrlich Schlittschuh laufen. Es ist ja bald der 574. Weihnachtsmarkt, wenn man richtig zählen kann. An Weihnachten stört moderne Architektur noch mehr als im Sommer, wenn man von den Boys abgelenkt wird. Das Bad würde der Tradition von Dresden als Kurbad gerecht. An die Wand genagelte Badewannen haben dagegen keinen Nutzwert und sind mir nicht als moderne Kunst zu vermitteln. Ich fühle mich da einfach veralbert von den modernen Künstlern. Moderne Architekten sind doch immer wie Hunde. Auf jeden Platz müssen sie ihren Haufen setzen.
Saskia Müller (Dresden, 25.07.2007)
saskia.mueller@gmx.net

Ich bin für eine Kronzeugenregelung bei der überfälligen Untersuchung der Gestaltungskommissionen. Man sehe sich nur Wilsdruffer Kubus und die Jurymeinung zu Platz 4 an. Ich kann mich den Meinungen hier nur anschließen. Ich war vor einem Jahr in Warschau und hatte Gelegenheit, mir den wiederaufgebauten Teil der im Krieg völlig zerstörten Warschauer Altstadt anzuschauen und war wie alle anderen sehr begeistert. Auch in Frankreich wurde zum Beispiel die Altstadt von Tours nach ihrer Zerstörung geschlossen originalgetreu restauriert. Dresden sollte nicht die Fehler westdeutscher Städte, zum Beispiel Mainz und Köln, wiederholen und einen modernen Gewandhaus-Klotz in die entstehende Altstadt an der Frauenkirche hineinsprengen, damit die Schuhkartonmoderne sich auch ja an wirklich jedem Platz den Passanten aufzwingen kann. Wenn schon architektonische Brüche, dann könnte man ja umgekehrt einen Schuh draus machen und mal ein barockes Palais in ein "modernes" Viertel setzen. Ich wäre gespannt, wie die Vertreter der Brüche-Idelologie da regieren würden.
Bade Wiese (Neumarkt, 24.07.2007)
bade.wiese@neumarkt.dd

Ich bin für den Bau eines Gewandhauses am Dresdner Neumarkt. Die vom ersten Preisträger vorgeschlagene Fassade ist hässlich. Da ist der zweite Preis viel besser. Wie kann eine Jury so blind sein?
Frank Bergner (Dresden, 22.07.2007)
f.bergner@arcor.de

Dieses Gewandhaus soll nur einen Zweck erfüllen: dem Neumarkt zumindest an einer Front ein futuristisches Gepräge zu verleihen. Ästhetisch ist das purer Schwachsinn, den nur Gegner der historischen Rekonstruktion gutheißen können, namentlich die sog. Gestaltungskommission, deren vornehmliche Aufgabe in der Absegnung von Abweichungen vom gestalterisch- städtebaulichen Konzept besteht. LIEBE STADTRÄTE: HÖRT AUF DIE MEHRHEIT DER DRESDNER UND VERHINDERT DIESES UNGETÜM!!!
Wahldresdner (dresden, 17.07.2007)
keingewandhaus@gmx.de

Meinee Meinung nach würde ein sogenannter "moderner" Bau all die hart erkämpfte Schönheit und Geschlossenheit des Neumarktes zerstören. Die bisherige Entwicklung an dieser zentralen und repräsentativen Stelle Dresdens, sehe ich als vorbildlich für ganz Dresden und auch für ganz Deutschland.
Dominik Schendel (Hamburg, 15.07.2007)
nikk86@web.de

Vielen lieben Dank.
SK (Dresden, 14.07.2007)
vorname.nachname@googlemail.com

Prima, Herr Stadtbaubürgermeister Steffen Kaufmann, Ihr Eintrag hier. Könnte zukunftsweisend sein für uns jungen Leute
Karolinchen - 19 - Gymnasiastin (Dresden-Pieschen, 14.07.2007)
Karo@lin.xx

Das neue Gebäude würde direkt ja überhaupt gar keine Steuergelder verschlingen, im Gegenteil, es brächte sogar beträchtlich Einnahmen. Also ich bin dennoch gegen eine geschossige Bebauung dieses Platzes. Zunächst einmal findet man den neuen Entwurf sehr ansprechend und sich zurückhaltend einfügend, was man von den meisten Gläskästen und Kuben, die in historische Ensembles, oder dahin wo welche gehörten, gequetscht werden, nicht behaupten kann. Oft fragt man sich schon, in wie weit die Sächsische Mafia, die jetzt mal sehr vorsichtig geschätzt zwanzig Milliarden Euro in die sächsische Immobilienbranche investiert hat, die Gestaltungskommissionen im Griff hat, und muss sich sehr wundern, wie wenig die Bevölkerung an der Diskussion teilnimmt. Dabei zeigen Umfragen immer wieder, wie entschieden, wenn man sich einmal eine Meinung gebildet hat, die von Experten mit Alleinvertretungsanspruch hoch prämierten Entwürfe abgelehnt werden. Dass die geplante Food- & Kunsthalle, das Gewandhaus bleibt ja meines Wissens östlich vom Rathaus, an dem Ort auf dem Neumarkt, an dem bis 1791 ein Gewandhaus stand, und der seit dem aus künstlerischen Gründen unbebaut ist, die Beobachter bewegt, ist erfreulich, damit es nicht wieder so weit kommt wie in den 1990er Jahren als Stadtrat und Immobilienwirtschaft so eng miteinander verbunden waren, wie wenn in MeckPomm eine neue Futterhalle gebaut wird. So gelungen der Entwurf auch ist, es besteht die Gefahr, dass das abgeschlossene Emsemble neben so futuristischer Architektur, die über die üblichen Bunker hinausgeht, als Mickeymaus- Legoland erscheint, wenn dem Platz sein Charakter genommen wird. Es liegt wohl an den Vergleichsbildern der Gesellschaft Historischer Neumarkt, mit und ohne Dresdner Pinakothek der Moderne, dass hochkarätige Mitglieder der Fördergesellschaft Frauenkirche einen eindringlichen Appell an den Stadtrat richten, auf den futuristischen Bunker zu verzichten, auch wenn dieser, das ist das Seltene, nicht wie ein Parkhaus aussieht. Es gab natürlich auch wieder solche Vorschläge. Auch hat der Architekt Geschmack bewiesen, als er den real existierenden Tiefgarageneingang im Modell weggezaubert hat und dorthin einen staunenden Besucher gestellt hat. Es ist schade um den Entwurf. Ich finde den Entwurf so cool, der könnte locker am Südwestende des Postplatzes stehen, mit Sealife, amazing, even stand alone. Es weiß doch jeder, dass man den A- und B-Punkt einer Achse stark fördern muss und sich der Rest dann durchaus um die Mitte kloppt, nicht umgekehrt.
Steffen Kaufmann (Dresden, 13.07.2007)
steffen.kaufmann@googlem.com

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