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Hauptseite / Nachrichten / Europaweiter illegaler Greifvogelhandel

Europaweiter illegaler Greifvogelhandel (28.06.2001)

70 Tiere beschlagnahmt / Durchsuchungen im Raum Dresden und Cottbus

Umweltexperten des Landeskriminalamtes Sachsen durchsuchten am Dienstag, den 26. Juni 2001, gemeinsam mit Beamten des LKA Brandenburg, des Zollfahndungsamtes Dresden, des Landesumweltamtes Brandenburg und Tierveteräneren, im Raum Dresden und Cottbus, Wohngebäude, Nebengelasse und Vogelvolieren. Dabei beschlagnahmten sie über 70 Greifvögel, darunter 1 Steinadler, Rot- und Schwarzmilane, Falken, Habichte, Bussarde, Steinkäuze und Schleiereulen. Der Wert der Tiere liegt bei über 150 000 DM. Bei den Vögeln handelt es sich überwiegend um Jungtiere.

Gegen vier Beschuldigte im Alter zwischen 32 und 46 Jahren ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden sowie das Landeskriminalamt Sachsen bereits seit Monaten wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Hehlerei, der schweren Jadgwilderei und des Verstosses gegen das Bundesnaturschutzgesetz.

Die Beschuldigten stehen im Verdacht, seit mehreren Jahren verbotenen Handel mit geschützten Greifvögeln betrieben zu haben. Die Tiere wurden vermutlich mit gefälschten CITES-Papieren, Ringen und weiteren Dokumenten europaweit, unter anderem nach Spanien, Österreich, Großbritannien und Belgien, verkauft.

So liegen den Ermittlungsbehörden Erkenntnisse vor, wonach einer der Beschuldigten im Jahre 1999 innerhalb von nur sieben Wochen über 40 Tiere ins Ausland verkauft und damit einen Erlös von über 200.000,- DM erzielt hat.

Der Greifvogel Rotmilan ist vom Naturschutzbund Deutschland zum Vogel des Jahres 2000 gewählt worden. Etwa 60 % der weltweit rund 23 000 Rotmilan-Paare, das sind ca. 9000 – 12 000 Brutpaare, brüten in Deutschland, davon 2/3 in Ostdeutschland. Die natürliche Fortpflanzungsrate des Rotmilans ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen so gering, dass ein Rotmilanpaar über 4 Jahre erfolgreich Junge durchbringen müsse, um sich selbst zu reproduzieren.

Auch die Zucht von Schwarzmilan, Sperber und Habicht ist extrem selten und schwierig. Dementgegen steht eine hohe Nachfrage auf dem internationalen Markt nach diesen Greifvögeln, der durch den seriösen Handel nicht mehr gedeckt werden kann. Es hat sich daher ein illegaler Markt , mit hohen Profiten, wie im vorliegenden Fall entwickelt.

Die Ermittlungen dauern an.

Dresden Stadtmagazin

Dresden, 02.09.2010

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