Belotto, Bernardo

genannt Canaletto, Maler

geb. 30.01.1721 in Venedig
gest. 17.11.1780 in Warschau

Der junge Bernardo begann vor 1740 eine Ausbildung in der Werkstatt seines Onkels Antonio Canal, dem berühmten Maler. Dieser hatte den Beinamen Canaletto und bestach vor allem durch leichte sichere Pinselstriche und die ungewöhnlich treffsichere Wahl seiner Farben, mit denen er seinen Bildern eine sehr große Realitätsnähe verlieh.

Seine Art zu malen und die Arbeitstechniken übernahm Bernardo. Auf seinen ersten Reisen durch Italien (1742-1745) erwies sich Belotto mit seinen Bildern schon als reifer Künstler. Mit der Zeit wurde auch Belotto als Canaletto bezeichnet. Durch die wachsende Bekanntheit seiner Werke erhielt er ein verlockendes Angebot von August dem III., König von Polen und Kurfürst von Sachsen, als Hofmaler. Dem Ruf in das sächsische Elbflorenz folgend begann eine Schaffenszeit, die ihn für Dresden so bedeutend machte. Er malte insgesamt 25 Bilder, unter anderem Ansichten von Plätzen und Straßen Dresdens, die Stadt Pirna und die Festung Königstein.

Alle Werke sind heute noch Eigentum der Dresdner Kunstsammlungen und in der Gemäldegalerie Alte Meister zu besichtigen. Außerdem existieren noch Repliken der oben genannten Gemälde, die er für den Minister Brühl schuf. Diese Werke sind allerdings heute über die ganze Welt verstreut, wobei der größte Teil im Besitz russischer Museen ist.

In der Dresdner Schaffensperiode veränderte Canaletto seinen Malstil. So arbeitet er verstärkt mit der Kontrastwirkung von Licht und Schatten und die leuchtenden Blau- und Rosatöne, die noch charakteristisch für seine italienischen Werke waren, verlieren ihre Klarheit. Während des 7jährigen Krieges weilte Canaletto am Hof von Maximilian des III. in München. Bei seiner Rückkehr nach Dresden fand er sein Haus in Trümmern und den sächsischen Hof verarmt vor.

1763 verlor Canaletto nach dem Tod seiner Gönner August dem III. und Minister Brühl seine Stellung als Hofmaler. 3 Jahre später fasste der Künstler den Entschluss, Dresden zu verlassen und reiste nach Warschau. Dort mit seinem Sohn Lorenzo 1767 angekommen, erlangte er mit der Anstellung am Hof des Königs wieder materielle Sicherheit. Von diesem Zeitpunkt an arbeitete er an Fresken im Schloss von Ujazdow und schuf bis zu seinem Tod 24 Gemälde mit Ansichten Warschaus. Diese sind mit Ausnahme eines verschollenen Bildes Bestandteil der Sammlung des Warschauer Museums Narodowe.

Am 17. November 1780 verstarb Bernardo Bellotto in Warschau und hinterließ ein Kunsterbe, das ihn als einen der größten Künstler seiner Zeit auszeichnet.